Daniel Sieg gestaltet mit seiner Bachelorarbeit bei LIME die Zukunft der Handtherapie mit. Im Interview erzählt er von der Dynamik des Startups und wie es jetzt beruflich für ihn weitergeht.

"Du bist bei etwas völlig Neuem dabei, das gerade entsteht."

2018 stand Daniel kurz vor Ende seines Studienganges B.Sc. Physikalische Technik an der Hochschule RheinMain und suchte nach einem Unternehmen, in dem er den letzten Schritt zum Abschluss, die Bachelorarbeit, angehen konnte. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung in der Medizintechnik, also hat sich Daniel auf der Homepage der Uniklinik Mainz umgeschaut. Dort ist er auf LIME gestoßen. „Bevor man sich irgendwo bewirbt, schaut man sich an: Wer sind die Chefs? Was steht dahinter? Und bei einem so jungen Startup, in dem die Gründer jünger sind als ich, waren diese Fragen nicht ohne. Ich habe mich einfach mal beworben und als ich dann vor Ort war, wurde mir sofort klar, dass viel Wissen und Kompetenz vorhanden sind, um meine Bachelorarbeit hier zu schreiben.“

Beim Vorstellungsgespräch war Daniel direkt gefordert: „Das war anders, als ich es gewohnt bin! Alle halbe Stunde habe ich neue Aufgaben bekommen und dann haben die Gründer und ich gemeinsam gebrainstormt.“ Diese besondere Art von Einstellungsgespräch hat er gut gemeistert und die eigentlich ausgeschriebene Werksstudenten-Stelle wurde zu einer Abschlussarbeit umgewandelt.

Dass vor Ort keine Diplom-Ingenieure zur Betreuung der Arbeit zur Verfügung stehen, war kein Problem. Die Hochschule stellte Daniel gleich zwei Professoren zur Seite, mit denen er in größeren Abständen den Stand der Entwicklung abgesprochen hat. Beim Weekly, also dem wöchentlichen Meeting, berät er sich mit den Gründern. Das gute Verhältnis im Team hat zur Qualität dieser Gespräche enorm beigetragen. „Bei LIME zählt die Hierarchie nicht. Wenn du deine Meinung gut vertrittst und darstellst, warum du etwas besonders wichtig findest, geht Idee über Position.“  

Was ist der Unterschied, ob man in einer großen Firma oder in einem jungen Startup arbeitet? „ Man muss dafür offen sein, dass viele Abläufe noch in der Findungsphase sind und Prozesse ständig optimiert werden. Es wird ausprobiert und eingeschliffen. Da meine Professoren natürlich nicht vor Ort waren, musste ich mir auch häufig selbst Informationen suchen und eigenes Wissen aufbauen. Dieses selbstständige Problemlösen dauert länger, aber der Lerneffekt ist ungleich größer.“ Die Normen zur Entwicklung eines Medizinprodukts waren Daniel schon aus seinem Studium bekannt, die praktische Anwendung folgte jetzt in seiner Arbeit. „In anderen Firmen beschäftigen sich damit ganze Abteilungen – und ich wäre womöglich gar nicht mit dieser Aufgabe in Berührung gekommen.“

Außerdem konnte Daniel bei LIME ein sehr umfangreiches Thema bearbeiten, das über die bloße Abarbeitung einer Versuchsreihe deutlich hinausgeht. Es ist Eigeninitiative gefordert und man muss selbst herausfinden, wie der nächste sinnvolle Schritt aussieht. Im Anschluss verschwindet die Arbeit nicht in einer Schublade oder einem Bücherregal, sondern dient zur Umsetzung eines Therapiegeräts. Es soll eine weitere Phase der Handtherapie abdecken, nachdem der Patient durch das Training mit LIMEs AnyHand bereits Fortschritte im Bewegungsumfang gemacht hat. Die praktische Umsetzung und der Mehrwert für die Handtherapie haben Daniel besonders motiviert: „Dass ich Leuten wirklich helfen kann, ist ein wichtiger Aspekt für mich. Du bist bei etwas völlig Neuem dabei, das gerade entsteht.“

Das Fachwissen über Handtherapie hat Daniel unter anderem durch Befragung von Ergotherapeuten erhalten. Dieser Input aus der Praxis, z. B. von Anette Philipp ermöglicht es, eine passgenaue Lösung für den Therapiealltag zu finden.

Vor Kurzem hat Daniel auch die Noten seiner Bachelorarbeit erfahren: Im schriftlichen Teil darf er sich über eine glatte 1,0 freuen und hat in der mündlichen Verteidigung eine 1,3 erzielt – an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Leistung! Außerdem freuen wir uns, dass er auch langfristig im Team bleibt – Daniel wird sein Projekt weiter betreuen und bis zur Marktreife weiterentwickeln und kümmert sich außerdem nun auch um das QM-System.

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„Spannend, selbstständig und sinnstiftend“ – so würde er die Arbeit bei LIME auf drei Attribute zusammenfassen. Und er empfiehlt auch anderen Absolventen eine Bewerbung, wenn man eine fordernde Thematik sucht, in der man in hohem Maß eigene Ideen einbringen kann. „Das Drumherum hat natürlich auch komplett gepasst – wir sind ein cooles Team aus jungen Leuten, die viel Spaß haben und sich freuen, jeden Morgen zur Arbeit zu kommen.“