Am 08.08.19 besuchte uns Dr. Volker Wissing, rheinland-pfälzischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Als Wirtschaftsminister sind Startups natürlich ein Thema für ihn - und wir hatten die Chance, ihm dazu drei Fragen zu stellen:

Während die Seed Finanzierung, also die erste Investition in ein Unternehmen, gut umsetzbar ist, fehlt es an Investoren, die sich anschließend mit höheren Summen beteiligen. Warum ist es in Deutschland so schwierig, große Finanzierungsrunden zu realisieren?

Herr Dr. Wissing erklärt, dass beispielsweise im Silicon Valley Business Angels nicht selten in mehrere Startups gleichzeitig investieren. Sie hoffen auf den Durchbruch eines Unternehmens und nehmen in Kauf, dass die übrigen insolvent gehen. Durch die Ausrichtung Deutschlands als Sozialstaat ist diese Haltung nicht vertretbar. Risikoreiche und hohe Investments werden so zwar gehemmt, der langfristige Erfolg von Gründungen aber gefördert. Rheinland-Pfalz versucht, die Finanzierungslücke durch Förderungen so gut wie möglich zu schließen und ein unternehmerfreundliches Klima vor Ort zu schaffen.

3 Fragen an Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing

Kaiserslautern soll in Zukunft das Epizentrum rheinland-pfälzischer Gründerkultur werden. Wie kommt es zu dieser Fokussierung?  

Häufig ist die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten IT-Fachkräften Grundvoraussetzung für das Wachstum von Unternehmen. Durch die Technische Universität in Kaiserslautern sind genügend Absolventen direkt vor Ort. Die Konzentration auf einen Startup-Standort in Rheinland-Pfalz soll außerdem die Aufmerksamkeit aus dem Ausland erhöhen und mehr Venture Capital einströmen lassen.

und wie sieht dann die Zukunft für Mainz als Gründerstandort aus?

Die übrigen Gründerzentren gibt das Land nicht auf, so Wissing, sondern sie sollen auf bestimmte Bereiche konzentriert werden. Während zum Beispiel Ludwigshafen der optimale Chemie-Standort ist, zeichnet sich Mainz durch die Nähe zur Uniklinik aus und bietet sich so besonders für Medtech-Startups an. LIME ist hier also genau an der richtigen Adresse.

Vielen Dank für den Besuch!

3 Fragen an Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing